Doosy

Praxisbericht

Von einem Laden in Gießen zu sechzehn

Giazzo macht nur eine Sache: Pizza. Kein Döner, kein Sushi, keine Speisekarte, die bis ins Endlose reicht. In drei Jahren ist daraus aus einem Laden in Gießen eine Kette mit sechzehn Standorten geworden. Seit Mai 2026 laufen acht davon mit Doosy.

  • 2023gegründet in Gießen
  • 16Standorte
  • 8Filialen mit Doosy
  • Mai 2026Start des Rollouts

Ein Produkt, richtig gemacht

Gegründet wurde Giazzo 2023 in Gießen von Paul Schniewind und Nermin Beganovic. Schniewind ist Wirtschaftswissenschaftler mit einer Ausbildung zum Restaurantfachmann und verantwortet Vertrieb und Marketing. Beganovic hatte die ursprüngliche Idee für das Konzept, ist seit 2020 im Pizza-Geschäft und kümmert sich um die Zahlen.

Das Konzept ist bewusst schmal: neapolitanische Backweise, Teig aus Wasser, Mehl, Hefe, Salz und Olivenöl, im Laden selbst angesetzt, Zutaten aus Italien. Dazu ein Durchlaufofen, damit die Pizza auch nach der Lieferung noch die Pizza ist, die sie beim Verlassen der Küche war. Kein zugekauftes Halbfertigprodukt, keine Speisekarte mit siebzig Positionen.

Wir machen ein Produkt, aber das Produkt machen wir richtig.

Paul Schniewind, Mitgründer von Giazzo, im Gießener Anzeiger

Warum Wachstum ein Systemproblem ist

Ein einzelner Laden lässt sich mit Erfahrung führen. Der Chef steht selbst in der Küche, kennt jeden Mitarbeiter, weiß ungefähr, wie der Tag gelaufen ist. Bei zwei Läden geht das noch. Bei acht nicht mehr.

Jede Filiale hat eigene Öffnungszeiten, eigene Aushilfen, eigene Stoßzeiten. Der Schichtplan entstand in Excel, Änderungen liefen über WhatsApp, die Stunden wurden am Monatsende von Hand zusammengerechnet. Und die Frage, ob ein einzelner Tag profitabel war, konnte niemand beantworten — die Antwort kam Wochen später vom Steuerberater, aggregiert über den ganzen Monat und damit für die tägliche Steuerung wertlos.

Der Rollout

Umgestellt wurde nacheinander, eine Filiale nach der anderen, beginnend im Mai 2026.

  1. Groß-Zimmern

    Die erste Filiale. Hier wurde alles zuerst ausprobiert, was danach ausgerollt wurde.

  2. Butzbach

    Zweiter Standort, erste Bestätigung, dass der Ablauf auch ohne Begleitung funktioniert.

  3. Gießen

    Die Ursprungsfiliale, der umsatzstärkste Standort.

  4. Darmstadt

    Erster Standort mit vollständig übernommener Kassenanbindung.

  5. Wiesbaden

    Hier zeigte sich, wie unterschiedlich Arbeitszeitmodelle zwischen Filialen sein können.

  6. Frankfurt

    Grossstadtbetrieb mit eigener Personalstruktur.

  7. Solms

    Kleinerer Standort, gleiche Abläufe.

  8. Marburg

    Vorerst letzte Filiale im Rollout.

Was sich im Alltag geändert hat

Der Schichtplan

Vorher gingen für den Wochenplan rund drei Stunden drauf. Heute schlägt der KI-Planer einen kompletten Plan vor, der Verfügbarkeiten, Stundenlimits und Minijob-Grenzen bereits berücksichtigt. Was bleibt, ist Durchsehen und Anpassen — in der Praxis unter fünfzehn Minuten pro Woche und Filiale. Der Plan liegt danach sofort auf jedem Handy im Team, ohne dass jemand eine Datei verschickt.

Der Monatsabschluss

Stundenkonten laufen automatisch mit, inklusive Plus- und Minusstunden und Warnungen, wenn ein Minijobber auf seine Grenze zuläuft. Am Monatsende wird nicht mehr gezählt, sondern geprüft und exportiert. Aus einem Nachmittag Arbeit sind Minuten geworden.

Das Tagesergebnis

Das ist die eigentliche Veränderung. Umsatz aus der Kasse, Wareneinsatz aus den Rezepturen, Personalkosten aus der Zeiterfassung, anteilige Fixkosten und Gebühren — daraus rechnet Doosy jeden Abend das Ergebnis des Tages. Pro Filiale, nicht als Monatssumme. Wenn ein Tag schlecht lief, steht es am selben Abend auf dem Handy und nicht sechs Wochen später in einer Auswertung.

Was schwierig war

Der ehrlichste Teil dieser Geschichte ist der Wareneinsatz. Ihn tagesgenau korrekt zu berechnen war der mit Abstand grösste Aufwand — und er war es, der die eigentliche Logik hinter Doosy erzwungen hat.

Wareneinsatz ist nicht der Wareneinkauf. Eine Rechnung vom Lieferanten ist noch kein Verbrauch, ein volles Lager verzerrt jeden Monatsvergleich, und eine Pizza besteht nicht aus Positionen einer Rechnung, sondern aus Zutatenmengen eines Rezepts. Damit am Abend eine belastbare Zahl steht, mussten Produkte, Rezepte, Lieferantenrechnungen und Kassendaten sauber aufeinander abgebildet werden — Produkt für Produkt, Filiale für Filiale.

Dieser Teil war Handarbeit und hat gedauert. Dafür steht jetzt eine Zahl da, der man glauben kann. Alles andere in Doosy — Schichtplan, Zeiterfassung, Lohnkosten — hängt an derselben Logik: eine Zahl ist nur dann etwas wert, wenn nachvollziehbar ist, woraus sie entstanden ist.

Wer damit arbeitet

In den Filialen benutzen Geschäftsführung, Filialleitung und alle Mitarbeiter dieselbe App — nur mit unterschiedlichen Rechten. Die Filialleitung plant Schichten und sieht die Zahlen ihres Standorts. Die Mitarbeiter stempeln per PIN ein, tragen ihre Verfügbarkeiten ein, tauschen Schichten untereinander und sehen ihren aktuellen Stundenstand. Ohne E-Mail-Adresse, ohne Schulung, ohne Passwortzettel.

Der gleiche Aufbau für deinen Betrieb

Ob eine Filiale oder acht — der Aufbau ist derselbe. Sechzig Tage kostenlos testen, in dreissig Minuten startklar.